Porsche 911 (996) GT3 Clubsport
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Mezzo Metal, wie es die Porsche-Jünger nennen, die Puristen unter den Puristen. Als Porsche 1999 beschloss, dem 996 ein GT3-Emblem zu verpassen, machten sie keine halben Sachen. Keine Sitzheizung, kein elektrisches Alles, keine Klimaanlage, sofern Sie das nicht ganz ausdrücklich ankreuzten. Was Sie stattdessen bekamen, war ein Mezger-Motor, direkt aus dem Rennsport abgeleitet, ein Fahrwerk, tiefer und strammer als Ihr Rücken nach einem langen Tag, und ein Fahrerlebnis, dem der Rest der 996-Familie nur mit offenem Mund zusehen konnte.
Und dann war da noch der Clubsport. Für die wirklich Besessenen. Porsche verbaute einen Überrollkäfig, Schalensitze, Vierpunktgurte und einen Feuerlöscher, so, als hätte man Ihnen schon beim Kauf auf die Schulter geklopft und gesagt: 'Freundchen, dieses Ding gehört auf die Rennstrecke.' Der Clubsport war Porsches Art, Ihnen zu sagen, dass man genau wusste, was Sie damit vorhatten, und dass man Sie nicht davon abhalten würde.
Kurz etwas Persönliches. Ich bin in Zandvoort in der Squadra Italia Meisterschaft gefahren, in einem Wagen, der nur ein Bruchteil dessen war, was dieses Ding kann. Und trotzdem weiß ich noch genau, wie es sich anfühlt, wenn ein Auto unter einem sitzt, das eben nicht will, dass man im Radio mitsingt, sondern das will, dass man arbeitet.
Dieser 996 GT3 ist genau so ein Auto. Der 3.6 Mezger leistet 360 PS, perfekt dank eines Schaltgetriebes, bei dem sich jeder Gangwechsel wie eine Entscheidung anfühlt und nicht wie eine Pflicht. Das ist kein Auto, das Ihnen die Dinge abnimmt. Das ist ein Auto, das Sie herausfordert, besser zu sein als gestern.
Gut, zurück zum Exemplar, das hier in Katwijk steht. Dieser GT3 Clubsport aus dem Jahr 2000 wurde an das Porsche-Zentrum München ausgeliefert, und von dort beginnt eine Historie, die man selten so sauber dokumentiert sieht. Ein Heftchen voller Stempel: München, Gilching, Darmstadt, danach Schweden (Karlstad) und anschließend Norwegen, wo er jahrelang von Liebhabern gehegt wurde, die verstanden, was sie da in Händen hielten.
Ölwechsel, Jahresinspektionen, große Inspektionen, Bremsflüssigkeit immer wieder in Porsche-Zentren gewechselt. Das ist kein Auto, das irgendwo vergessen unter einer Plane vor sich hin welkte. Das ist eines, das gepflegt wurde, wie es sich gehört.
Arctic Silver Metallic, die Farbe, die bei einem GT3 beinahe Pflicht zu sein scheint. Ein Silber, das nicht schreit, aber ganz genau weiß, was es ist. Darunter Achtzehn-Zöller mit Michelin-Gummi, vorn 225/40 und hinten 285/35, denn ein GT3 braucht ein breiteres Hinterteil, um all diese Kraft auf der Straße zu halten. Innen zwei Schalensitze und ansonsten so wenig wie möglich, wie es sich für einen Clubsport gehört. Kein Schnickschnack, keine überflüssigen Knöpfe, nur Sie, das Lenkrad und der Schalthebel.
Was diesen Wagen so besonders macht, ist, dass der 996 GT3 jahrelang das Stiefkind der Sammlerwelt war. Die Leute, die wegen der runden Scheinwerfer die Nase rümpften ('Boxster-Augen', ich höre sie noch sagen), haben den Kürzeren gezogen. Denn heute versteht jeder, dass gerade diese erste GT3-Generation die reinste von allen ist.
Mezger-Block, Schaltgetriebe, keine elektronischen Kindermädchen, die Ihnen sagen, dass Sie etwas falsch machen. Viele Kenner betrachten dies inzwischen als den Beginn einer unvergesslichen Ahnenreihe, und die entsprechende Wertschätzung hat sich in den letzten Jahren kräftig bemerkbar gemacht.
Zugegeben, nach heutigen Maßstäben ist er nicht der schnellste 911 im Showroom. Ein moderner Turbo S zieht ihm auf dem Papier an jeder Ampel davon. Aber darum geht es nicht. Ein moderner Porsche macht alles für Sie und lässt Sie nichts spüren. Dieser GT3 lässt Sie alles spüren, und genau deshalb will man einen haben. Das ist Fahren, wie es gedacht war, auf dem Großglockner, auf der Rennstrecke oder einfach an einem Sonntagmorgen, wenn kein Mensch auf der Straße ist.
Das ist ein Stück Porsche-Geschichte, für das in zehn Jahren niemand mehr einen vernünftigen Preis bekommen wird.
Puristen weinen nicht. Sie schalten zurück und lächeln.
Besondere Merkmale
- Porsche 911 (996) GT3 mit werkseitigem Clubsport-Paket, Baujahr 2000
- Mezger-abgeleiteter M96/78 Motor, 3.6 Liter, 360 PS
- Handschaltgetriebe, Heckantrieb
- Arctic Silver Metallic, eine klassische und passende GT3-Farbe
- Zweisitzer mit Schalensitzen, reine Clubsport-Ausführung
- 18-Zoll-Räder mit Michelin, vorn 225/40 R18, hinten 285/35 R18
- Ausführlich dokumentierte Wartungshistorie mit Porsche-Stempeln
- Neu ausgeliefert an das Porsche-Zentrum München
- Historie durch Deutschland, Schweden und Norwegen
- Erste GT3-Generation, die reinste der Baureihe
- Euro 3, zwei Sitzplätze, Coupé
Vollständiger Einblick in die Unterlagen, auf denen unsere Beurteilung beruht. Carfax-Fahrzeughistorie, Wartungsdokumentation und Lackschichtmessung — Seite für Seite durchblätterbar.