Alfa Romeo 75 1.6
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Wissen Sie, was das wirklich Verrückte am Alfa Romeo 75 ist? Dass er beinahe buchstäblich mitsamt Radstand vom Zeichenbrett gefallen ist. Alfa wurde 1985 fünfundsiebzig Jahre alt, und um das zu feiern, warf man eine Limousine auf den Markt, die aussah, als hätte ein zorniger Industrieller sie mit dem Lineal entworfen. Kanten, Keile, ein ausladendes Heck, das niemand bestellt hatte und das dann doch jeder zu schätzen wusste.
Es war der letzte echte Alfa mit Hinterradantrieb, bevor Fiat das Portemonnaie und das Lenkrad übernahm, und das merkt man an allem. Dieses Auto ist noch ganz Mailand. Noch ganz Ingenieur-mit-eigenwilligen-Ideen.
Und dann diese eigenwilligen Ideen. Die Handbremse, die geradewegs aus einer Boeing 747 zu stammen scheint. Die Transaxle-Bauweise, mit dem Getriebe hinten für jene heilige Gewichtsverteilung. Und das Armaturenbrett, bei dem offenbar jemand den Auftrag bekam, möglichst viele Knöpfe an möglichst unlogischen Stellen zu montieren. In der ersten Woche suchen Sie noch Ihre Fensterheberschalter. Danach wollen Sie nie wieder etwas anderes. Bei Alfa Romeo fassen wir das alles schlicht mit einem Wort zusammen: Charakter.
Mein Großvater hatte das Alfa-Autohaus am Heilooërdijk in Alkmaar, also bin ich mit solchen Autos aufgewachsen wie andere Kinder mit einem Hündchen. Mein erstes eigenes Auto war ein durchgerosteter 33 Sportwagon, und ich kann Ihnen sagen: Das Wort Rost und das Wort Alfa waren jahrzehntelang untrennbar. Genau deshalb ist es so besonders, wenn einer vorbeikommt, der diesen Fluch einfach überlebt hat.
Gut, zurück zum 75, der hier gerade glänzt. Das ist der 1.6-NORD-Motor, bei dem alles, was den 75 ausmacht, vollständig erhalten ist. Vier Zylinder, Doppelvergaser, 110 PS, Hinterradantrieb und ein Schaltgetriebe, das Sie selbst rühren dürfen. Kein Turbo, keine Elektronik, die mitdenkt, einfach Sie, das Gaspedal und ein Motor, der erst richtig zum Leben erwacht, sobald der Zeiger die Hälfte überschreitet.
Eine Kreuzung aus einer zornigen Biene und einer begeisterten Nähmaschine, mit einem Hauch italienischem Temperament, den Sie für dieses Geld sonst nirgends bekommen.
Was diesen speziellen 75 so besonders macht, ist der Zustand. Unrestauriert, mit größtenteils originalem Lack, und rostfrei. Für einen Alfa aus 1986 ist das ungefähr so wahrscheinlich wie Schnee in Neapel. Das Auto wurde im September 1986 neu in Frankfurt ausgeliefert, beim Auto Center Frankfurt an der Mainzer Landstraße, und es liegt ein ordentlicher Stapel deutscher und niederländischer Wartungsunterlagen bei, bis hin zu Garantieschein und Auslieferungskontrollen.
Alfa Only in Nijeveen und Alfa Service Assen haben ihn in den letzten Jahren betreut, dies ist also kein Dachbodenfund, der auf gut Glück wieder ans Laufen gebracht wurde.
Das Interieur ist der Ort, an dem das Herz schneller schlägt. Sehr original, gepflegt, mit einem hölzernen Sportlenkrad, das Sie sofort in eine Zeit zurückwirft, in der ein Auto noch Düfte und Texturen haben durfte statt eines Touchscreens. An allen vier Ecken sitzen RONAL-Leichtmetallfelgen, die genau jenen Tick Aggressivität verleihen, den der 75 verdient.
Unten ist das Auto mit Eibach-Fahrwerk ausgestattet, also neigen sich die Flanken in den Kurven ein klein wenig weniger, als Alfa es ursprünglich vorgesehen hatte. Period correct genug, um nichts davon zu bemerken, gerade straff genug, um alles davon zu spüren.
Das ist genau so ein Auto, über das Sie beim Kaffeeautomaten auf einem Classic-Treffen eine halbe Stunde erzählen können, ohne dass jemand weggeht. Der 75 wurde lange unterschätzt, abgetan als der hässliche, kantige Lückenfüller, und gerade deshalb ist er heute einer jener stillen Lieblinge unter Menschen, die wissen, worauf sie schauen. Wer je einen guten 75 gefahren ist, redet noch immer davon. Meist mit einem Blick voller Wehmut.
Kurzum: ein ehrlicher, unrestaurierter, rostfreier Alfa Romeo 75 1.6 in Grau, mit originalem Lack, originalem Interieur, hölzernem Sportlenkrad, RONALs und einem Berg Papiere, der sein ganzes Leben erzählt. Solche Autos kommen nicht jeden Monat vorbei. Solche Autos in diesem Zustand kommen fast nie vorbei.
Besondere Merkmale
- Alfa Romeo 75 1.6, Baujahr 1986, in Grau
- Unrestauriert, rostfrei, größtenteils originaler Lack
- Sehr originales und gepflegtes Interieur mit originalem hölzernem Sportlenkrad
- Hinterradantrieb mit Transaxle-Bauweise
- Vierzylinder mit Doppelvergaser, 110 PS, handgeschaltet
- RONAL-Leichtmetallfelgen (15") mit 195/55 R15
- Eibach-Fahrwerk
- Neu ausgeliefert in Frankfurt, September 1986
- Umfangreiche deutsche und niederländische Wartungshistorie, bis hin zum Garantieschein
- Betreut von Alfa-Spezialisten (Nijeveen, Assen)
- TÜV bis Juni 2027, Margenfahrzeug
Vollständiger Einblick in die Unterlagen, auf denen unsere Beurteilung beruht. Carfax-Fahrzeughistorie, Wartungsdokumentation und Lackschichtmessung — Seite für Seite durchblätterbar.
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