Mercedes-Benz 200-Serie 230E
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W123. Für viele Menschen ein Auto, das sie mit einem Gemüsehändler, einem deutschen Taxi mit zwei Millionen auf der Uhr oder einem Kombi verbinden, in dem sich ganze Möbelhäuser umziehen ließen. Und genau das ist das Schöne daran: Der W123 musste nie um Bewunderung schreien. Er tat einfach seine Arbeit, Jahrzehnt um Jahrzehnt, mit einer Art stoischer Würde, die ein modernes Auto bei der ersten Panne schon nach drei Jahren verliert, spätestens bei der Leasingrückgabe.
Mein Großvater fuhr keinen, der hing religiös an Alfa Romeo, aber der Nachbar meiner Eltern schon. Ein Mann, der seinen 230E jeden Samstagmorgen wusch, als wäre es ein Sakrament, mit einem Fensterleder, das er offenbar von seinem eigenen Vater geerbt hatte. Woran ich mich vor allem erinnere, ist das Geräusch dieser Türen. Dieses schwere, dumpfe „Thunk", das klang, als zöge man eine Tresortür zu.
Moderne Autos versuchen dieses Geräusch heute mit Lautsprechern und Software nachzuahmen. Mercedes baute es 1983 einfach wirklich ein, aus Stahl und deutscher Sturheit.
Der W123 wurde 1976 als Nachfolger des „Strich-Acht", der Baureihen W114 und W115, vorgestellt. Ein Auto, das Mercedes-Benz nach dem Prinzip baute, dass ein Ableben schlicht nicht vorgesehen war. Bis zur Absurdität überkonstruiert. Der 230E, mit seinem Vierzylinder-Benziner und der Bosch K-Jetronic-Einspritzung, war das anständige, solide Mittelmaß.
Kein klappernder Diesel, kein protziger Sechszylinder, sondern genau genug: 136 PS, sauber gekoppelt an eine Automatik, die mit der Begeisterung eines deutschen Beamten schaltet, der weiß, dass seine Pension gesichert ist. Und das ist ein Kompliment.
Gut, zurück zu dem Mercedes, der hier bei uns steht. Ein 230E aus Dezember 1983, in Arktikweiß, mit einem Interieur, das die Atmosphäre einer Zeit atmet, in der man sich auf dem Weg zum Notar noch eine Zigarre ansteckte. Automatik, Servolenkung, Bremskraftverstärker, eine Mittelarmlehne, in die der Ellbogen perfekt hineinfällt, und eine automatische Antenne, die summend hochfährt, sobald man das Radio einschaltet. Kleinigkeiten, aber genau diese Kleinigkeiten machen einen Klassiker aus.
Was dieses Auto so angenehm macht, ist, dass in den vergangenen Jahren ernsthaft daran geschraubt wurde, und nicht nur mal eben ein Ölwechsel um die Ecke. Da liegt ein Stapel Rechnungen, um den so mancher Liebhaber Sie beneiden würde. Der K-Jetronic-Druckspeicher ersetzt, Benzinleitungen wegen Ethanolschäden erneuert (der ewige Kampf des Klassikers gegen unseren modernen Kraftstoff), Tanksieb, große Wartung inklusive Ventileinstellung, Keilriemen, Automatikgetriebeöl und -filter gewechselt, eine Lichtmaschine überholt und die Bremsen gründlich überarbeitet.
Selbst der Dimmer des Kombiinstruments und der Innenspiegel wurden ersetzt. Das ist die Art von Wartungshistorie, die zeigt, dass jemand das Auto nicht nur gefahren, sondern wirklich gehegt und gepflegt hat.
Und genau darum geht es bei einem W123. Das ist kein Auto, das man kauft, um auf der Königsallee Eindruck zu schinden, dort stellt man lieber etwas mit vier Auspuffrohren und einem Leasingschuldenberg hin. Der W123 ist für den Kenner, für jemanden, der versteht, dass echter Luxus nicht in Bildschirmen und blinkenden Lichtern steckt, sondern in Solidität, in einem Auto, das Sie auch in zwanzig Jahren noch starten können.
Zugegeben, nach heutigen Maßstäben ist er nicht schnell. Beim Ampelsprint gegen einen Tesla kommen Sie nicht weit. Aber wer will das schon? In dieses Auto steigt man, um zu gleiten, nicht um zu jagen. Um mit einem Arm aus dem Fenster über den Deich zu cruisen, während die Welt um einen herum in Hektik verfällt.
Es ist eine Zeitkapsel auf vier Dunlops. Ein Stück deutscher Ingenieurskunst aus einer Ära, in der Kostensenkung in Stuttgart noch ein Schimpfwort war. Ein Auto, das gebaut wurde, um Ihre Enkel noch zu ihrer Abschlussfeier zu fahren, sofern Sie es ein wenig mit Wartung und Liebe füttern.
Überkonstruiert, unverwüstlich und unverkennbar aus einer Zeit, die nicht wiederkommt.
Besondere Merkmale
- Mercedes-Benz 230E (W123) aus Dezember 1983
- Arktikweiß mit klassischem Interieur
- 2,3-Liter-Vierzylinder mit Bosch K-Jetronic, 136 PS
- Automatikgetriebe
- Servolenkung und Bremskraftverstärker
- Mittelarmlehne, automatische Antenne, Radio mit Lautsprechern
- Umfangreiche Wartungshistorie mit Rechnungen (große Wartung, Ventileinstellung, Lichtmaschinenüberholung)
- Benzinleitungen für Ethanolbeständigkeit erneuert
- K-Jetronic-Druckspeicher ersetzt
- TÜV bis Mai 2026
- Dunlop-Sommerreifen mit reichlich Profil
- Differenzbesteuertes Fahrzeug
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