Alfa Romeo SZ 3.0 V6 Zagato
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Il Mostro. Das Monster. So nannten sie ihn schon, bevor er überhaupt richtig im Showroom stand, und wenn ich ganz ehrlich bin, verstehe ich bis heute nicht so recht, warum Alfa Romeo 1989 beschloss, dass die Welt darauf gewartet hatte. Fiat hatte gerade erst das Ruder übernommen, die Kasse war leer, und statt zu sparen baute man ein zweisitziges Coupé, das aussah, als hätte es ein wütender Computer gezeichnet.
Kantig, eckig, mit jenem berühmten doppelten Satz von drei Scheinwerfern an der Front, so dreist mitten ins Gesicht, dass kleine Kinder zu weinen anfingen und Autoliebhaber sich auf der Stelle verliebten.
Zagato zeichnete die Linien, Centro Stile Alfa lieferte die Idee, und das Ergebnis war ein Auto, das polarisierte wie kaum ein anderes. Man liebt ihn oder man rennt davon. Einen Mittelweg gibt es nicht. Und genau das, dieser vollkommen gleichgültige Umgang mit der Meinung der Masse, macht den SZ unendlich viel mehr zum Alfa Romeo als jede brave Limousine es je könnte.
Unter der Kunststoffkarosserie (ja, thermoplastisch, kein Blech) steckt die Technik des 75 Gruppo A. Der herrliche 3.0 V6, jener Giuseppe-Busso-Motor, an dem ganze Generationen von Liebhabern ein spirituelles Erlebnis haben, gut für 207 PS und einen Klang, den man nicht beschreibt, sondern durchlebt. Ein schweres, warmes, fast opernhaftes Grollen, das bei höheren Drehzahlen zu einem Crescendo anschwillt, für das man normalerweise ein Jahresabo für die Wiener Staatsoper kaufen müsste.
Hinterradantrieb, Handschaltung und ein hydraulisches Federungssystem mit Höhenverstellung, das den Wagen im Sportmodus wie einen flachen Hai über den Asphalt gleiten lässt. Nur 1036 Exemplare wurden gebaut. Dies hier ist also eines aus einem sehr erlesenen Kreis.
Gut, zurück zum besagten SZ. Dieser Rosso Alfa Il Mostro wurde am 16. Dezember 1991 erstmals zugelassen, in Deutschland, und erhielt seine erste Inspektion bereits bei 1070 Kilometern bei einem Alfa Romeo Vertragshändler in Saarbrücken. Im Jahr 2000 kam er in die Niederlande und ist seitdem hiergeblieben. Und hier wird die Geschichte schön, denn dieses Auto war bei Liebhabern, die verstanden, was sie da in Händen hielten.
Der Ordner mit den Rechnungen liest sich wie ein Liebesbrief. Über Jahre gepflegt bei Rinsma in Berlikum, dem Spezialisten, der den SZ buchstäblich als das Monster kennt (so steht es auf dem Werkauftrag, ich erfinde das nicht). Das hydraulische Federungssystem geprüft und entlüftet, das Achsschenkelkugelgelenk erneuert, das Zwischenlager der Antriebswelle ersetzt, die Kupferringe der vorderen Dämpfer erneuert.
Und dann der große Coup: eine komplette Klimaanlagen-Revision mit Umrüstung auf modernes R134a-Kältemittel, inklusive neuem Kondensator, Kompressor, Blockventil sowie maßgefertigten Halterungen und Schläuchen. Eine Rechnung, für die so mancher moderne Mittelklassewagen im Ganzen aus dem Showroom fährt, aber bei einem Auto wie diesem ist das genau so, wie es sein soll.
Neue Reifen rundum, Pirelli P7, Bremsflüssigkeit gewechselt, Kupplung durchgespült, Anlasser überholt. Nichts halb. Alles komplett.
Das Schönste kommt, sobald man einsteigt. Zwei Schalensitze, bezogen in Leder, ein Interieur, das schlicht und pur ist, ohne jeden Schnickschnack. Keine Bildschirme, kein Gedöns, kein Firlefanz. Nur du, dieser Schalthebel, dieses Lenkrad und dieser V6, der hinter der Spritzwand auf dich wartet. Das ist Fahren, wie es früher gemeint war, bevor Autos einem vorzuschreiben begannen, wie man zu fahren hat.
Und dann das Äußere. Man muss ihn in echt sehen, um zu verstehen, was ich meine. Auf Fotos bleibt er eine seltsame, kantige Erscheinung. Aber in Natura hat dieser SZ eine Präsenz, die einen an der Kehle packt. Er steht nicht einfach da, er herrscht. Ein bisschen wie ein Ringer im Maßanzug: kompakt, breitschultrig und vollkommen überzeugt von seiner eigenen Richtigkeit. Nicht umsonst steht der SZ inzwischen auf so mancher Liebhaberliste mit Abstand ganz oben, und die Preise bewegen sich seit Jahren nur in eine Richtung.
Ich habe in meinem Leben viele Alfas gesehen, gefahren und geliebt, vom durchgerosteten 33 Sportwagon, mit dem einst alles begann, bis zu den diversen Kuriositäten dazwischen. Aber der SZ bleibt etwas Besonderes. Dies ist kein Auto, das man kauft, um vernünftig zu sein. Dies ist ein Auto, das man kauft, weil ein Teil von einem selbst weiß, dass man sonst den Rest seines Lebens denken wird: hätte ich damals bloß.
Von jenen tausendundein